Mittwoch, 19. April 2017

2 Jahre

Heute genau vor 2 Jahren startete ich in mein großes Abenteuer " Jakobsweg". Mit dem Zug machte ich mich auf den Weg über Paris nach SJPDP, um dort am 21. April los zu pilgern!
Wirklich schon 2 Jahre her?
Mir ist, als wär es gestern gewesen.
Niemals werde ich diese Zeit vergessen! Ebenso die tollen Weggefährten, die ich kennen lernen durfte! Ihr bleibt auf Ewigkeit in meinem Herzen!

Donnerstag, 26. Januar 2017

Es geht weiter

Nicht das hier irgend jemand auf die Idee kommen könnte, ich schreib nicht mehr weiter  (die Tagesberichte), aber man muss eben in der Stimmung sein dafür. Und jetzt bin ich wieder in der Stimmung. War der Jakobsweg die letzten Wochen etwas in den Hintergrund getreten, heißt das nicht, es besteht kein Interesse mehr daran. Im Gegenteil! Das Leben zeigt mir immer wieder, das ich diese Auszeit gebraucht habe. Und ich eigentlich schon wieder eine brauchen könnte. Doch dieses Jahr soll es nach Schottland gehen. Die Planung für diese Tour hat mich sehr in Anspruch genommen und so war leider keine Zeit mehr für die Fortsetzung meiner Homepage. Inzwischen steht das grobe Gerüst für den Schottland Track und ich kann mich der Fertigstellung der Tagesberichte wieder widmen. 
Und ich muss eins eingestehen: das Fieber für einen Camino ist wieder da! Ob und wann es los geht und klappt, weiß ich icht, aber ich hoffe bald.

Freitag, 8. Juli 2016

Geschenke

So, nun mal wieder das Neueste!
Es ist schön, dass mein Camino immer noch eine große Rolle in meinem Leben spielt.
Zu meinem Geburtstag bekam ich doch wieder einiges, dass mich an den Camino erinnert und das Erlebte wach hält. Unter anderem waren da eine Reliefkarte des Camino mit den berühmtesten Gebäuden am Weg.
(leider etwas ungünstig zum photografieren durch seine Maße. Ca 1m lang und 30cm hoch).
Dann die DVD von " Ich bin dann mal weg". Des Weiterem ein Blechschild von meiner Ankunft vor der Kathetrale. Und ein Keilrahmenbild mit Ansicht der Kathetrale aus dem Alameda Park. Zudem bekam ich noch einen Korb mit spanischen Lebensmitteln. So kann ich mir meiner Seele und meinem Leib, etwas von dem südländischen Gefühl gönnen. Und in schönen Erinnerungen schwelgen!

Sonntag, 22. Mai 2016

1 Jahr nach Santiago de Compostela


Jetzt ist es genau 1 Jahr her, dass ich in Santiago de Compostela angekommen bin. Die letzten Tage waren sehr aufwühlend. Noch öfters als sonst, hab ich an meinen Camino gedacht. Jeden Tag seit dem 21. April wurde darüber nach gedacht, wie es auf dem Jakobsweg, auf jeder einzelnen Etappe, war. Alles war plötzlich wieder so nah, alles so real! Ja, stellenweise, bin ich den Weg in Gedanken nochmal gegangen, habe das Erlebte noch einmal gespürt.
Eigentlich wollte ich am 21. Mai ein Caminofest machen. Aber leider mußte ich erkennen, dass das Interesse am Jakobsweg im Bekanntenkreis doch sehr nach gelassen hat. Für die ist mein Jakobsweg nur so etwas wie ein Urlaub, es ist vorbei und vorüber. Öfters bekomm ich zu hören: Ach du, mit deinem Jakobsweg! So etwas tut mir weh! Die Menschen verstehen nicht, dass mein Jakobsweg jetzt ein Teil von mir ist. Und das wird auch immer so bleiben, er gehört einfach zu mir dazu. Ich glaube, nur die, die den Weg gegangen sind, fühlen so wie ich!
So hab ich mir gestern zwei Freunde eingeladen und hab mit ihnen das Pokalfinale Bayern-Dortmund angeschaut. Dazu gab es spanisches Bier ( San Miguel), Bocadillo mit span. Salami, selbst gemachte Torttilla und Ensalladilla atun (Thunfischsalat). So hatte ich doch etwas Spanisches an meinem Ehrentag. Für mich war es ganz nett und ich werde diesen Tag auch in Zukunft feiern.
Ob die Anderen das verstehen oder nicht!

Euere Pilger Wolle

Dienstag, 19. April 2016

Vor einem Jahr....

Unglaublich! Jetzt ist es doch tatsächlich genau 1 Jahr her, dass ich meine Pilgerreise nach Santiago de Compostela angetreten habe. Ein Jahr! Mir kommt es vor, als wär es gestern gewesen ( ok, etwas übertrieben ). Es war doch alles erst. Die Vorbereitungen, meine Pilgermesse, die Anreise, usw, usw. Alles ist noch so lebendig, alles so real! 
Als ich wieder zu Hause war und die Fragen kamen: "Hat es dir was gebracht? Hast du dich verändert?", hab ich immer gesagt, fragt mich in einem Jahr. Da kann ich es euch vielleicht sagen.
Jetzt würde ich sagen: Ja, es hat mir unheimlich viel gebracht und ja, es hat mich verändert.
Gebracht hat es mir in so fern, dass ich viele Sachen heute mit anderen Augen sehe, einige Dinge genauer hinterfrage und wiederum andere Dinge einfach geschehen lasse. Auch setzte ich heute andere Maßstäbe an, was das Miteinander betrifft. Sage viel öfters meine direkte Meinung, auch wenn das für manche Menschen in meinem Umfeld, ungewohnt ist und ich dadurch auch ab und zu als Reaktion darauf bekam: Seit deinem Jakobsweg bist du komisch! Nein, komisch würde ich nicht sagen, eher ehrlich. Ehrlich gegenüber den Anderen und ehrlich gegenüber mir selbst. Noch schaff ich das nicht in allen Situationen, aber doch recht häufig. 
Und ich bin gelassener geworden. Natürlich schafft man es nicht immer, alles gelassen hin zu nehmen. Immer wieder gibt es im Beruf, dem Bekanntenkreis, der Familie Situationen, in denen ich mich noch maßlos aufregen kann, aber es hält sich doch sehr in Grenzen. Und, ich bin viel schneller relaxt. Und ich lächle viele Sachen jetzt einfach weg. Hab ich mich auf dem Camino aufgeregt? Nein, so gut wie gar nicht! Man hatte fast keinen Druck. Heute hab ich erkannt, dass man sich den Druck meisten selber macht. Aber wofür? Es wird dadurch nicht besser oder einfacher. Ich nehme es so wie es kommt. Und das ist gut so! 
Auf alle Fälle war für mich der Jakobsweg eine Erfahrung, die ich niemals missen möchte.
Auf einer Feier vor Kurzem, zeigte ich einem Bekannten, der noch nichts gesehen hatte von meinem Camino, ein paar Bilder vom Handy. Er freute sich. Ein anderer Bekannter, schaute mir über die Schulter und meinte: Jetzt hör doch mal auf mit deinem Jakobsweg, der ist doch jetzt vorbei.
NEIN! DER JAKOBSWEG WIRD FÜR MICH NIE MEHR VORBEI SEIN! ER IST EIN TEIL VON MIR ODER ICH BIN EIN TEIL VON IHM!
Aber das verstehn die Wenigsten, die den Jakobsweg NICHT gegangen sind.
Nur die Pilger wissen was ich meine!

Euer Pilger Wolle

Dienstag, 5. April 2016

Pilgervortrag

In unserer Kirchengemeinde durfte ich heute einen Vormittag mit dem Thema "Jakobsweg" gestalten.
Meine Frau ist dort in einer Frauengruppe, die sich alle vierzehn Tage  trifft. Dort wurde sie angesprochen, ob sie es sich vorstellen könnte, dass ich mal über meine Erlebnisse auf dem Jakobsweg berichten würde. Dieser Bitte bin ich gerne nach gekommen. 
Wir frühstückten zusammen und dann begann ich meinen Vortrag, den ich in 3 Punkte unterteilt hatte:
Als erstes sprach ich über die Geschichte und Entstehung des Jakobsweges. Dann folgte eine Diashow und anschließend erzählte ich von meinen Erfahrungen auf dem Weg. Anschließend stand ich den ca. 15 anwesenden Frauen für ihre Fragen zur Verfügung.
An Hand der Anzahl der Fragen glaube ich, ein gewisses Interesse, erkannt zu haben. Es war richtig schön, meine gemachten Erfahrungen weiter zu geben. War ích am Anfang doch etwas nervös, legte sich das doch recht schnell. So wurde es für mich ein wirklich toller Vormittag, bei dem ich in Erinnerungen schwelgen konnte. Und laut den Aussagen der Frauen war es auch für sie sehr informativ und kurzweilig.
Vielleicht hab ich die Ein oder Andere auch auf den Geschmack gebracht, sich in dieses tolle Abenteuer zu stürzen!

Euer Pilger Wolle

Dienstag, 9. Juni 2015

Wieder zu Hause....

Hallo zusammen,

jetzt komm ich endlich mal dazu über meine Pilgerreise zu berichten.
Es war ein ganz tolles Erlebnis, dass nur sehr schwer zu beschreiben ist, besonders für die"Daheim Gebiebenen". Man kann viel über den Weg, das Laufen, das Erlebte erzählen, aber das Eigentliche, das Wesentliche, ist eigentlich nicht zu beschreiben. Das ist in jedem Einzelnen, der den Jakobsweg gegangen ist, drin. Das macht, glaube ich, auch die Besonderheit des Jakobsweges aus.

Für mich persönlich waren die vielen, vielen Begegnungen mit dem anderen Pilgern das Schönste und Beste was der Weg mir gegeben hat. So viele verschiedene Nationalitäten, so viele verschiedene Charakterien, so viel Freundlichkeit, Hilfsbereitschaft unter einander, habe ich noch nie so erlebt.
Auf dem ganzen Weg kam es in meinem Besein zu keinerlei Streitereien, Auseinandersetzungen oder sonstigen Vorfällen. Nein, es war immer eine Freude sich wieder zu sehen, wieder evtl. ein Stück gemeinsam zu gehen oder nur ein kurzes Begrüßen. Dies war für mich sehr schön.

Der Weg war kein Spaziergang, aber doch für fast alle Menschen zu machen. Anstrengung, Erschöpfung und Schmerzen in den Füssen oder Beinen gehören anscheinend dazu. Eigentlich hatte jeder Mal so seine Wehwehchen. Auch mich sollte es 3 Tage vor Santiago treffen. Im Großen und Ganzen kam ich bis auf eine Blase auf der Fußsohle ohne weitere Blessuren davon. Doch dann bekam ich plötzlich unterhalb des linken Knie´s Schmerzen, die immer stärker wurden und die leider auch zu Hause noch gut 10 Tage anhielten. Vermutlich Überbelastung. Mit Ibru und Diclac bekam ich es zum Glück wieder im Griff, aber es war schade, das meine Pilgerreise so endete.

Schon bevor die Schmerzen kamen, hatte ich meinen ursprünglichen Plan, noch weiter nach Finesterre zu gehen, verworfen. Irgend wie war mir unterwegs klar geworden, dass für mich das Ziel Santiago war und nicht mehr Finesterre. Vielleicht nahm mir auch jemand dann mit den Schmerzen die endgültige Entscheidung ab. So war für mich persönlich das Pilgerleben nach der Ankunft in Santiago, das in den Händen halten der Compostella, der Pilgermesse und einer unvergesslichen Nacht in Santiago, zu Ende.
Apropos Compostella. Dieses Papier hat für mich auf meiner Pilgerreise an Wertigkeit unheimlich verloren. War es zu Beginn schon das Ziel, dieses Papier irgend wann mal in den Händen zu halten, relativierte sich dies dann auf dem Weg. Denn was ist dieses Papier noch Wert, wenn man gesehen hat, dass die "Tourigrinos", die mit dem Tagesrucksack kommen, ihr Gepäck in die Hotels liefern lassen, zum Teil mit dem Bus fahren, das gleiche Papier überreicht bekommen, wie die Pilger, die wirklich ihr ganzes Gepäck den weiten Weg tragen und sich plagen. Bitte nicht falsch verstehen. Wenn jemand aus gesundheitlichen Gründen nicht in der Lage ist, sein Gepäck zu tragen, habe ich damit kein Problem. Aber wie oft, sah man auf den letzten 100 km kleine Busse, die die "Tourigrinos" den Berg hochfuhren, dort aussteigen liesen, und dann später wieder einluden. Das hat für mich nichts mit pilgern zu tun. Deshalb hat es mich sehr gefreut, dass es jetzt ein zusätzliches Papier, das so genannte " Documenta de Distancia" gibt, dass die zurück gelegten Kilometer dokumentiert. Dieses Papier hat für mich jetzt einen viel höheren Stellenwert, als die Compostella.

So, das war jetzt mal ein erster kurzer Einblick in mein Seelenleben nach der Rückkehr.
So bald es mir die Zeit erlaubt, werde ich eine neue Seite anlegen mit meinen Tagestouren und einigen Bildern.
Bis dann
Pilger Wolle
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