Sonntag, 22. Mai 2016

1 Jahr nach Santiago de Compostela


Jetzt ist es genau 1 Jahr her, dass ich in Santiago de Compostela angekommen bin. Die letzten Tage waren sehr aufwühlend. Noch öfters als sonst, hab ich an meinen Camino gedacht. Jeden Tag seit dem 21. April wurde darüber nach gedacht, wie es auf dem Jakobsweg, auf jeder einzelnen Etappe, war. Alles war plötzlich wieder so nah, alles so real! Ja, stellenweise, bin ich den Weg in Gedanken nochmal gegangen, habe das Erlebte noch einmal gespürt.
Eigentlich wollte ich am 21. Mai ein Caminofest machen. Aber leider mußte ich erkennen, dass das Interesse am Jakobsweg im Bekanntenkreis doch sehr nach gelassen hat. Für die ist mein Jakobsweg nur so etwas wie ein Urlaub, es ist vorbei und vorüber. Öfters bekomm ich zu hören: Ach du, mit deinem Jakobsweg! So etwas tut mir weh! Die Menschen verstehen nicht, dass mein Jakobsweg jetzt ein Teil von mir ist. Und das wird auch immer so bleiben, er gehört einfach zu mir dazu. Ich glaube, nur die, die den Weg gegangen sind, fühlen so wie ich!
So hab ich mir gestern zwei Freunde eingeladen und hab mit ihnen das Pokalfinale Bayern-Dortmund angeschaut. Dazu gab es spanisches Bier ( San Miguel), Bocadillo mit span. Salami, selbst gemachte Torttilla und Ensalladilla atun (Thunfischsalat). So hatte ich doch etwas Spanisches an meinem Ehrentag. Für mich war es ganz nett und ich werde diesen Tag auch in Zukunft feiern.
Ob die Anderen das verstehen oder nicht!

Euere Pilger Wolle

Kommentare:

  1. Hallo Pilger Wolle,
    es ist leider wie immer: nur Menschen, die dasselbe durchgemacht haben, verstehen Dich (mich). Das gilt für alles im Leben. Dann merkst Du auch, wer Deine wahren Freunde sind.
    Ich hörte mal einen Pilger sagen: alle fanden es toll, was ich vorhatte , aber schlussendlich wollte keiner mit. Mir geht es wie Dir. ich bin etwa zeitgleich mit Dir gelaufen von St. Jean bis Santiago. Und der Weg geht mir immer noch durch den Kopf - und das wird er immer tun. Auch mich hat er verändert.
    Gruß - Detlef

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  2. Hallo Detlef,
    schön von dir zu hören und dass ich nicht allein bin, mit meinem Empfinden.
    Wann bist du den unterwegs gewesen. Vielleicht haben wir uns ja gesehen.
    Viele Grüße
    Pilger Wolle

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